Die Deutschen gehen mit Zuversicht ins Jahr 2014

Zitat: „Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“ (Theodor W. Adorno)

Laut einer Studie der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen sehen 72 Prozent der Bundesbürger die Aussichten für 2014 positiv und sind zuversichtlich. Diejenigen, die es nicht verlernt haben, strukturiert und unabhängig zu denken, könnten daran Zweifel haben.  Doch haben es die Demagogen in Politik, Wirtschaft und Medien immer wieder vermocht, das Volk auch in Zeiten großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme bei Laune zu halten. Wie immens die Rolle der Psychologie dabei ist, zeigt die derzeitige Entwicklung zwischen gefühlter „Wohligkeit“ einerseits und der Realität andererseits. Gerade die deutsche Geschichte hält hier nicht nachahmenswerte Beispiele parat. Das Bildungsbürgertum hat sich über lange Zeiträume gegen diesen Trend gestemmt, wobei ethische Werte eine wichtige Rolle spielten. Dieser Zusammenhang scheint sich, wie das Bildungsbürgertum selbst, aufzulösen. Ein Konglomerat aus Parallelgesellschaften mit geringer Interaktion ersetzt zunehmend die einstige bürgerliche Werteordnung. Mit fatalen Folgen, auch wenn es wie die Studie belegt, die meisten Menschen nicht wahrhaben wollen oder einfach nicht verstehen. Eine dumpfe Masse, bei der das Gefasel von einer freiheitlichen Ordnung immer noch fruchtet, ist kontrollierbarer als Menschen in einer durch inneren Zusammenhalt geprägten Gesellschaft. Das Ende der Scheinfreiheit ist durch die Enthüllungen von Edward Snowden gerade im Jahr 2013 belegt worden, auch wenn die Gravuren der Gesellschaft durch die Bespitzelung offenbar nicht von sehr vielen ernst genommen werden.

Was den westlichen Demokratien (sofern es noch welche sind) wirklich fehlt, ist eine gesellschaftliche Vision, die unabhängig vom Vorteilsdenken ein lebenswertes und zukunftsfähiges Gesellschaftskonzept entwickelt. Davon werden wir 2014 weiter als je zuvor entfernt sein. Die Euphorie kommt immer vor dem Fall – dafür steht die Geschichte. Böse Zungen könnten unterstellen, dass die Auflösung nationaler, kultureller, politischer und ethischer Zusammenhänge im Zuge der sog. Globalisierung gewollt ist, weil jede Form von freiem Verstand, innerem Zusammenhalt und damit verbundenem Widerstand das System gefährden könnte. Schon möglich, aber die Ausweglosigkeit der derzeitigen Strategie ist bereits vorprogrammiert.

Den Nachdenklichen sei eine glückliche Hand für die richtigen Entscheidungen im Jahr 2014 zu wünschen. 

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