Zitat zum Sonntag // Aus dem Pressekodex // 01.02.2015

Ziffer 12 – Diskriminierungen

„Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“

(Quelle: Presserat)

Weshalb war dann in der Presse der letzten Jahre oft sinngemäß zu lesen: „der deutsche Arbeitslose…..“?
Wie kann eine objektive Berichterstattung funktionieren, wenn wichtige Bezüge zu Tätergruppen und ihrer Herkunft nicht aufgezeigt werden und gesellschaftliche Zusammenhänge verschwiegen werden?

Und wann besteht ein „begründbarer Sachbezug“? Wer legt fest, wann es sich um einen solchen handelt?
Und weshalb schweigen die Medien so gern, wenn Verfolgte der DDR-Diktatur jahrelang um ihre Rechte kämpfen und Menschenrechte verletzt werden. Aus Rücksichtnahme auf die gesundheitlichen Leiden dieser „Minderheit“, die nicht thematisiert werden sollen, oder weil hier der Staat Rechte verletzt und die kumulative Traumatisierung der Betroffenen zu verantworten hat und die Gesellschaft dazu schweigt?

Der Fragenkanon könnte unendlich fortgesetzt werden.

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