„Das ist das Land, von dem wir geträumt haben“ // DDR-Bürgerrechtler schreiben offenen Brief an die Kanzlerin

Zwischenruf: „Das ist das Land, von dem wir eben nicht geträumt haben“

 

40 ehemalige DDR-Bürgerrechtler haben sich in einem „Offenen Brief“ hinter die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel gestellt. „Wir verkennen nicht, dass manche Kommunen bei der Unterbringung der Flüchtlinge an Grenzen stoßen. Wir verkennen nicht, dass auch in Deutschland Menschen mehr Zuwendung und Hilfe brauchen und sie Ängste äußern. Wir wenden uns allerdings entschieden gegen jede Form von verbaler oder physischer Gewalt und gegen Hasstiraden.“, heißt es dort u.a.

Verbale oder physische Gewalt und Hasstiraden von welcher Seite? Das müssen sich die Unterzeichner fragen lassen. Denn der Hass zeigt sich nicht als Einbahnstraße. Und sie müssen sich auch fragen lassen, was aus den freiheitlichen Werten, die einst von der DDR-Opposition, den DDR-Flüchtlingen und Verfolgten, erstritten wurden, in unserer Gesellschaft geworden ist. Die Antwort in einem Satz lautet: Eine Gesellschaft in Auflösung.

Die weitaus überwiegende Mehrheit der politisch Verfolgten und Flüchtlinge der DDR sieht sich ge- und enttäuscht, daran ändern auch „Offene Briefe“ nichts.

In dem „Offenen Brief“ wird weiter ausgeführt: „Es ist unlauter, die Globalisierung von Waren, Kapital und Dienstleistungen zum Vorteil der Exportstarken zu nutzen und gleichzeitig Menschen zu reglementieren. Die Welt ist keine Einbahnstraße mit unterschiedlichen Rechten für unterschiedliche Menschen…“. Das ist eine schöne sozialistische Vision, die aber keine Tragfähigkeit für die Zukunft aufzeigt. Die faktische „Abschaffung“ der Nationalstaaten „per Dekret“ durch eine selbsternannte politische „Elite“ kann die derzeitigen Probleme nicht lösen. Staaten wie Gesellschaften sind über hunderte Jahre gewachsene kulturelle, geographische und politische Gebilde, die sich ständig im Wandel befinden. Dieser Wandel verlangt aber erstens den mehrheitlichen Willen der betroffenen Menschen, der nicht aufgezwungen werden kann. Und zweitens Zeit. Die bereits jetzt vorliegenden Grundgesetz- und Rechtsverstöße in Deutschland verletzen die Menschenrechte derer, die ungefragt mit dieser Entwicklung konfrontiert werden und ihre Identität in Frage stellen. Kein anderes Land der Welt schafft sich praktisch selbst ab, um zu helfen. Denn die Grundlage jeglicher Hilfe ist die Möglichkeit, diese auch leisten zu können. Es mag der Traum mancher zu sein, Nationen und Kulturen im Zuge der Globalisierung abzuschaffen. Dieser Traum würde den einzigen Reichtum der Menschheit vernichten: Die kulturelle Vielfalt und die Individualität eines jeden Einzelnen. Und genau dieses Problem zeigen bereits heute die Parallelgesellschaften in aller Deutlichkeit auf. Eine Gesellschaft, die ihren inneren Zusammenhang verliert, hat bereits verloren. Das zeigt die Entwicklung in Deutschland.

Es stellt sich die Frage nach den Motiven der Unterzeichner, die eben nicht für die politisch Verfolgten und Flüchtlinge der DDR sprechen, sondern nur für sich.

Links zur tatsächlichen Situation von politisch Verfolgten und Flüchtlingen der ehemaligen DDR. Die dort belegten Fallbeispiele geben Einblick in den Umgang mit DDR-Verfolgten und DDR-Flüchtlingen. Dazu hört man von den „Unterzeichnern“ wenig oder nichts, am wenigsten von der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Rechtsstaat, der das Recht von DDR-Verfolgten in zermürbenden Verfahren faktisch aufhebt, ist kein Rechtsstaat. Und eine selbsternannte „Öffentlichkeit“, die Kritiker wie einst in den deutschen Diktaturen ausgrenzt, um sich selbst Gehör zu verschaffen, ist keine Öffentlichkeit.

https://text030.wordpress.com/2014/11/05/veranstaltung-der-cdu-25-jahre-nach-dem-mauerfall  
(25 Jahre Mauerfall, Veranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus, Berlin, 04. November 2014)

https://text030.wordpress.com/2013/07/03/ddr-repression-beschadigtenversorgung-betroffener 
(Entschädigung von DDR-Folgeschäden)

https://text030.wordpress.com/2015/08/07/verborgene-wunden-buchbesprechung/#more-2019
“Verborgene Wunden” (Dr. Karl-Heinz Bomberg u.a.) // Buchbesprechung

http://www.medienfabrik-b.de/blog/blog01/index01.html
(Chronik eines NVA-Unfalls)

http://www.medienfabrik-b.de/blog/blog02/index.html
(Beschädigtenversorgung für politisch Verfolgte der DDR, eine Chronik)

Zum Thema Hass und Diskrimnierung:

https://text030.wordpress.com/2015/10/29/das-un-zitat-der-woche-chef-des-bundesamts-fuer-migration-weise-zur-fluechtlingskrise/
(Das “un-weise” Zitat der Woche)

https://text030.wordpress.com/2015/10/28/besorgte-buerger-entsorgen-polemik-kontra-streitkultur/
(“…Besorgte Bürger entsorgen…” // Polemik kontra Streitkultur)

https://text030.wordpress.com/2015/10/15/kontroversen-ueber-wut-und-hassbuerger/
(Kontroversen über Wut- und Hassbürger)

Die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden…

 

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One Response to „Das ist das Land, von dem wir geträumt haben“ // DDR-Bürgerrechtler schreiben offenen Brief an die Kanzlerin

  1. Diese „Bürgerrechtler“ haben alle einen an der Ommel. Das sind sozusagen die neuen Wendehälse, Angepaßten und Opportunisten. Wird bei Pegida „Ausländer raus!“ gebrüllt? Wäre mir neu. Auf linken Demos hört man „Halt’s Maul“ oder „Deutschland verrecke!“. Schriftsteller werden diffamiert, genötigt, beleidigt, gehindert.

    Es ist einfach nur noch pervers, was in diesem Lande abgeht.

    Eine Ironie der Geschichte: Die Bürgerrechtler der DDR waren für das Regime ja ebenfalls „rechts“, sprich bürgerlich, konterrevolutionär.

    Nun ja, heutige AfD- oder Pegida-Demonstranten sind eben auch „rechts“.

    Als ich die obige Überschrift las, dachte ich erst an echte Zivilcourage, daß mal jemand ausspricht, daß in einer echten Demokratie die Politiker nicht sagen, welche Bücher man lesen oder zu welchen Demos man gehen solle.

    Aber dann das.

    Ist fast genauso behindert wie diese ganzen Moralheinis, die sich gegen den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche stellten. Es wird einfach immer widerlicher in unserem Land mit diesem totalitären linken Gutmenschentum. Es ist gewissermaßen ein Verrat an linken Werten. Das Eintreten für eine humanere Welt wird durch linke Folklore wie Gender, Gleichstellung, Refugees welcome, Deutschlandhaß etc. pervertiert.

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