Zitat zum Wochenende // 26. Februar 2016

Prof. Dr. Frank Schorkopf // Das Romantische und die Notwendigkeit eines normativen Realismus

 

„Der Kontrollverlust über die Zusammensetzung der Bevölkerung in Deutschland beruht vordergründig auf den außenpolitischen Rahmenbedingungen, auf schwacher Staatlichkeit an der europäischen Peripherie und dem belastungsschwachen Schengen-Raum. Eine andere Deutung der Gegenwartskrise, soll mit einer These versucht werden, die ins Geistige ausgreift: Die tiefere Ursache liegt in einer intellektuellen Fehlleistung gesellschaftlicher Eliten, die sich auf einen romantischen Überschuss in deren politischer Haltung gründet.“

(Quelle: „Der Staat in der Flüchtlingskrise“ / Otto Depenheuer, Christoph Grabenwarter (Hg.) / Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG)

Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig sieht die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung skeptisch

Pressemitteilung des Deutschen Bundestages vom 26. Februar 2016 

 

Brähmig rechnet mit „Warnschuss“ für die Koalition.

Interview mit der Zeitung „Das Parlament“ Vorabmeldung zu einem Interview in der nächsten Ausgabe der Wochenzeitung
„Das Parlament“

Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig sieht die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung skeptisch. Er sagte der Wochenzeitung „Das Parlament“ (Montagausgabe):

„Im Moment schauen wir in die Türkei und nach Griechenland und sehen, dass wir die Flüchtlingsprobleme nicht gelöst kriegen.“ So würden Flüchtlinge weiter durchgeleitet. Deutschland stehe mit seiner Aufnahmebereitschaft unter den 28 EU-Staaten annähernd alleine da. Brähmig fügte hinzu: „Manchmal fehlen mir bei Diskussionen mit Bürgern inzwischen auch die Argumente. Es ist dann nicht einfach, die Bürger in der Statik des demokratischen Rechtsstaates zu halten.“ (Hervorhebung durch den Autor)

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Man kann das nachfolgende Zitat als Parabel verstehen…

…als Parabel mit höchst aktuellem Bezug.

 

  Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.

(Mark Twain)  

Der (Un)kommentar der Woche, andere würden ihn Hasskommentar nennen.

Die Verteufelung Andersdenkender. Fallbeispiel: EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) gegen Frauke Petry (AfD).

 

„Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen“

(Quelle: „Die Welt“, usrprüngliche Veröffentlichung: „Deutschlandfunk“)

 

Sicher ist es (noch) erlaubt, seine Meinung zu Personen der Zeitgeschichte öffentlich zu machen. Doch zeigt die Aussage von Herrn Oettinger viel über seine Geisteshaltung auf. Man muss mit dem politischen Gegner nicht die Meinung teilen – aber argumentativ und sachlich auseinander setzen. Das haben die „Politeliten“ seit langem verlernt. Somit sind sie das Problem, nicht diejenigen, die es aufzeigen.

Auch wenn man sich um Neutralität und Sachlichkeit bemüht, kann man es sich nicht „verkneifen“ zu sagen: Zu einer Liaison mit Frau Petry wäre es wohl nie gekommen.

 

Nachtrag:

Der Deutschlandfunk hat am 20. Februar 2016 dazu noch einen Artikel veröffentlicht, in dem die Relevanz und die damit verbundene Entscheidung der Erstveröffentlichung begründet wird („Aus der Nachrichtenredaktion: Über Oettinger und Petry„). Guter Journalismus ist sachlich und fair. Das hat der Deutschlandfunk mit diesem Artikel gezeigt – aktuell ist das keine Selbstverständlichkeit.

Zitat zum Wochenende und ein wenig Dialektik

Die Geschichte wiederholt sich… In den „Dialektischen Grundgesetzen“ beschreibt die marxistische Lehre die „Negation der Negation“ als das Wiederkehren von Zuständen auf einer höheren Ebene. Bedauerlicherweise fehlt dem permanent wiederkehrenden Gesellschaftszustand die höhere Ebene (Anm. 1).

 

„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.

Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.

(Napoleon Bonaparte, franz. Staatsmann 1769 – 1821 // Hervorhebung durch den Autor)

So sah es Napoleon – und scheint Recht zu behalten.

Anm. 1

Negation der Negationen

„Das Gesetz der Negation der Negation ist ein allgemeines Grundgesetz der materialistischen Dialektik. Diesem Gesetz zufolge ist Entwicklung als die ständige Negation von bestehenden Qualitäten zu verstehen, welche bei einer erneuten Negation die ursprüngliche Qualität auf einer höheren Ebene erreicht.“

(Quelle Wikipedia)

Über Aufklärung und Unmündigkeit // Immanuel Kant

Zitat:

 

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen…“

(Quelle: Immanuel Kant // 1784)

Wie könnte man die aktuelle gesellschaftliche Situation treffender beschreiben?!

 

Die Raute als Symbol // Ra̱u̱·te

Die Raute, ein auf der Spitze stehendes Viereck mit gleich langen Kanten…. 

(Quelle: Wikipediea)

Die von der Bundeskanzlerin häufig gezeigte Raute ist ein Rätsel, dass für einige Anlass zu Spekulationen ist. Nur sie selbst könnte für Aufklärung sorgen. Aufklärung prägt aber ihr Verhalten nicht. Auch bei dem traditionellen Matthinae-Mahl mit etwa 400 Gästen im Hamburger Rathaus am 13.02.2016 zeigte sich Frau Merkel wieder in ihrer rätselhaften Pose – und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) schloss sich gleich an. Was wollen sie uns damit sagen?

Wikipedia schreibt zur Raute als Symbol: „Gefahrenhinweise sind oft rautenförmig (oft kombiniert mit den Warnfarben rot/orange/gelb), so in den Systemen ADR, GHS, US DOT hazmat oder NFPA 704 (hazard diamond). Die Form gilt als „alarmierender“ als etwa runde oder (liegend-)quadratische Formen…

Vielleicht gibt ja diese Definition einen Hinweis – eine Warnung vor der kommenden Entwicklung.

Update 13. Februar 2016 // Die Gesellschaft im Zeitalter von Stasi 3.5

Zwei Jahre nach der Verleihung des „Whistleblower-Preises“ an den Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden. 

Die Gesellschaft im Zeitalter von Stasi 3.5

 

Als ich am am 30. Oktober 2013 den Beitrag „Die Gesellschaft im Zeitalter von Stasi 3.0veröffentlichte, der sich der Verleihung des „Whistleblower-Preises“ an Edward Snowden widmete, hatte ich wie sicher auch viele andere gehofft, dass der Mut und die Aufrichtigkeit dieses Ex-Mitarbeiters der NSA auch zu einem Lernprozess der westlichen Gesellschaften führt. 2 Jahre später zeigt sich nicht nur das genaue Gegenteil, sondern auch eine mangelhafte Aufklärung. Andersdenkende und Menschen, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen, sehen sich zunehmenden Diffamierungen ausgesetzt. Miss­lie­bige Kommentare werden gelöscht, Kommentarfunktionen abgeschaltet und Blogs vom jeweiligen politischen Gegner mit Hetze überzogen. Es ist immer nur ein kleiner Schritt in die Gesinnungsdiktatur, wenn der freie Austausch von Gedanken und Meinungen behindert wird. So haben meine nachfolgenden Ausführungen vom 30. Oktober 2013 eine nicht erhoffte Aktualität erlangt.
Zitat: „Grundlage dieser Entwicklung ist neben sicherheitsrelevanten Aspekten eine Vertrauenskrise zwischen den politisch Verantwortlichen und den Bürgern. Dabei muss unterstellt werden, dass es nicht mehr darum geht, Gefahren abzuwenden, sondern man eine Kontrolle über Netzwerke, politische Befindlichkeiten, Meinungen und Aktivitäten von Bürgern und kritischen Intellektuellen haben will, um darauf Einfluss zu nehmen. Und genau das gefährdet unsere Demokratie.“

Wenn wir dieser Entwicklung nichts entgegen setzen, könnten sich die gesamte Kommunikation und die politischen Debatten anhören, wie der nachfolgende Soundtrack. Eintönig und zugleich beunruhigend!
Könnte auch Ihr „rückseitiger“ Telefon- oder Internetanschluss sein.

 

(Realisiert mit KORG ELECTRIBE)

Link zum Beitrag vom 30.10.2013 „Die Gesellschaft im Zeitalter vonStasi 3.0

Pflichtlektüre für Politiker!

Die hoffnungslose „Überforderung“ der politischen Klassse und die daraus resultierenden  desaströsen Folgen sollten Anlass zur Rückbesinnung auf die Werte sein, die einst unsere Demokratien prägten.

 

„Achte jedes Menschen Vaterland, aber das deinige liebe!“

(Gottfried Keller, Schweizer Dichter und Autor, 1819 – 1890)

Aber vielleicht ist es ja keine hoffnungslose „Überforderung“ der politischen Klasse, sondern eine Strategie.

Den Schein wahren // Demokratie als Worthülsen

Zeitlose Phrasen als Werkzeuge der Politik. Es muss demnach etwas demokratisch aussehen, aber nicht sein – oder es muss eben den „Eindruck haben“.

 

„Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“

Walter Ulbricht
(1945, zitiert in: „Wolfgang Leonhard: „Die Revolution entlässt ihre Kinder“, 1955)

„Es ist Aufgabe der Bundesregierung und natürlich auch meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir es möglichst schnell so hinbekommen, dass die Menschen den Eindruck haben, es wird geordnet und gesteuert.“

Angela Merkel, nach einem Treffen mit dem DGB zur Flüchtlingspolitik
(Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung / 07. Februar 2016)