Die 64. Bilderberg-Konferenz findet vom 9. bis 12. Juni 2016 in Dresden statt

Erörterung globaler Themen unter Ausschluss der Öffentlichkeit…

 

Die 1954 gegründete Foundation Bilderberg Meetings ist seit ihrer Entstehung Anlass für Spekulationen und „Verschwörungstheorien“, denn Inhalte gelangen nicht an die Öffentlichkeit. Wo Fakten fehlen, haben diese Hochkonjunktur – zielführend ist das nicht. Damit verbundene Fragen, gehen die demokratische Öffentlichkeit der Länder jedoch mehr an, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

In der von „multinationalen Playern“ betriebenen Globalisierung und deren Auswüchsen, stellen sich Fragen nach dem Einfluss auf die Politik und die Wirtschaft. Beteuerungen, es gehe lediglich um einen informellen Austausch, stehen im Konflikt mit einer zu beobachtenden Einflussnahme sog. Eliten auf globale Entwicklungen unserer Welt. Auch die aktuellen Flüchtlingsbewegungen, die im Kern nicht von politisch Verfolgten resp. Menschen aus Kriegsgebieten dominiert werden, provozieren Fragen nach den Ursachen. Dabei wird immer häufiger auf Kreise der Hochfinanz und mit ihr verbundene Netzwerke in Form von Nichtregierungsorganisation (NGOs) verwiesen.

Inwieweit der Tagungsort Dresden Zufall oder Kalkül ist, werden wohl nur die Teilnehmer wissen. Dresden steht derzeit durch Pegida im Fokus, auch der internationalen Öffentlichkeit. Eine TU-Studie hatte seinerzeit belegt, dass es sich hierbei im Kern um Bürger der Mitte handelt – so finden sich dort der Mittelstand und gut ausgebildete Menschen. Unabhängig unterschiedlicher Bewertungen der Pegida-Bewegung ist von Interesse, dass Patriotismus und Werte wie Identität und nationale Kultur im Gegensatz zu den Interessen der globalen Machteliten stehen. Dass sich dabei Linke und Rechte viel nähern stehen, als sie derzeit ahnen, macht es den daraus profitierenden Eliten einfach, die Verfeindungen der Lager für sich geschickt auszunutzen. So hatte auf der Legida-Kundgebung in Leipzig vom 06. Juni 2016 die Rednerin Tatjana Festerling auf eine Schnittmenge zwischen Linken und Rechten verwiesen. Man könnte es als eine Einladung zu einem sachlichen Dialog der Kontrahenten auffassen. Auch die Rolle der Religionen und der Fundamentalismus muss in Bezug auf die aktuelle Entwicklung hinterfragt werden.

In Dresden haben Linke wie auch die AfD zu Demonstrationen gegen die Tagung aufgerufen.

Die Komplexität der vielen Fragen wird keine einfachen Antworten erlauben. So geht es eben nicht um Verschwörungstheorien, sondern um das Erkennen von Absichten und Strategien – was durch die Anonymität der Akteure schier unmöglich ist.

Die Abgeordneten Dr. Axel Troost, Klaus Ernst, Dr. André Hahn und weitere Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE des Deutschen Bundestages hatten in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung zur Bilderberg-Konferenz 2016 in Dresden befragt (Drucksache 18/8166).

In der Antwort der Bundesregierung (Drucksache 18/8383) vom 10. Mai 2016 heißt es u.a.:

„Auf den Bilderberg-Konferenzen findet ein informeller Gedankenaustausch über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen statt. Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grundsätzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden müssen….“ (Anm. 001)

Auf die Frage:

„3.

Welche Positionen in welchen Gremien der Bilderberg-Konferenz hatten bisher Mitglieder der Bundesregierung bzw. Vertreterinnen und Vertreter nachgeordneter Behörden inne?“ lautet die Antwort:

„Über die in den Medien und im Internet verfügbaren Informationen hinaus liegen zu den Gremien der Bilderberg-Konferenz keine Kenntnisse vor.“

Ähnlich spärlich sind auch die Informationen auf der offiziellen Webseite der Foundation Bilderberg Meetings „bilderbergmeetings.org“.

Als „key topics“ für dieses Jahr werden auf der Webseite der Foundation folgende Themen gelistet:

  1. Current events
  2. China
  3. Europe: migration, growth, reform, vision, unity
  4. Middle East
  5. Russia
  6. US political landscape, economy: growth, debt, reform
  7. Cyber security
  8. Geo-politics of energy and commodity prices
  9. Precariat and middle class
  10. Technological innovation
Neben der Migration nach Europa dürfte für viele Bürger auch das Verhältnis zu Russland von größerer Bedeutung sein. Vieles spricht dafür, dass die Konflikte in der Welt, wie in der Ukraine und dem Nahen Osten durch Intervention über NGOs und geschicktes Ausnutzen von Bürgerbewegungen (Ukraine) und gesellschaftlichen Veränderungen (Arabischer Frühling) für strategische eigene Interessen genutzt wurden und werden. Russland ist einigen als autarker Staat und seinem starken Widerpart Putin dabei sicher ein Dorn im Auge.
Ob man es nun als globale „Neue Weltordnung“ oder strategisches Machtinteresse der die Welt beherrschenden Eliten bezeichnet, dürfte zweitrangig sein.

An der diesjährigen Konferenz werden u.a. Kanzlerin Merkel und fünf weitere Minister ihres Kabinetts teilnehmen.

Die Beteuerungen der „Privatheit“ ist dabei schon deshalb nicht glaubwürdig, weil die Teilnehmer der Veranstaltung maßgeblichen Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Welt haben – selbst wenn, wie betont, auf der Konferenz keine Entschlüsse gefasst werden.

Nach den Konferenzen gab es nicht selten erhebliche „personelle Änderungen“ in Politik und Wirtschaft.

Die Steuerzahler dürfen aber auch in diesem Jahr für diese „private“ Veranstaltung die enormen Kosten für die Sicherheit tragen. So sind sie wenigstens indirekt beteiligt.

 

Anm. 001: Drucksache 18/8383–Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: