Blinde Zerstörungswut macht auch vor der Natur nicht halt. Oder auch: Bildungsresistenz und ihre Folgen.

Sinnlose Zerstörung von Lebensraum in der Otto-Suhr-Siedlung in Berlin-Kreuzberg

 

Die Otto-Suhr-Siedlung in Berlin-Kreuzberg war einst eine Vorzeigewohnsiedlung im alten Westberlin mit ausgewogener Mieterstruktur. Sie wurde von Mitarbeitern im Öffentlichen Dienst ebenso geprägt wie von sozial Schwachen, Menschen mit Behinderung, Migranten und Übersiedlern aus der ehemaligen DDR.

 

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Kreuzberger Mieter drückten ihre Betroffenheit der Baumschändung so aus…
Fotografie: M. Sachse // 14. Juni 2016

Nach dem Verkauf durch die Stadt Berlin hat sich das grundlegend geändert. Gemäß dem Sozialatlas der Stadt Berlin von 2013 liegt die Siedlung nun im sozial schwächsten Kiez der Stadt (417/417).

Durch Gewinnmaximierung (die Anlage gehört derzeit zur Deutsche Wohnen) und die Vermietungspolitik entstand durch den damit verbundenen Wegzug von Mietern, die es sich leisten konnten, eine problematische Sozialstruktur.

Das Wohnumfeld, einst von Grün geprägt, verwahrlost zunehmend. Seit Jahren wird Baumbestand entfernt – Neuanpflanzungen gibt es nicht. In den Grünanlagen wird Fußball gespielt, oder „geradelt“, das Gebüsch wird dabei nicht ausgenommen. Rasenflächen von einst sind Trampelpfade, wobei Mitarbeiter der anliegenden Behörde (Senat für Gesundheit und Soziales) wie andere durch „Nutzung“ dieser zu einer Verschärfung der Situation beitragen. Bauliche Maßnahmen gegen diesen „Wildwuchs“ wurde immer wieder vom Vermieter abgelehnt. Die Beschilderung wird regelmäßig ignoriert. Ein beabsichtigtes Quartiersmanagement wurde abgelehnt.

Eine neue Qualität erreicht nun die bewusste Zerstörung von Bäumen, die einer Zerstörung unserer Kulturlandschaft gleichkommt. Das wurde immer wieder in unterschiedlicher Form beobachtet, das abgebildete Beispiel stellt den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung dar.

In unserer Gesellschaft wird viel über Respekt gefaselt. Respekt gegenüber unseren Werten, unserer Kultur und Natur ist dabei schon lange nicht mehr gemeint.

 

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