Das Gesetz der Negation der Negation / Die Geschichte wiederholt sich

Nur die im Gesetz der Negation der Negation definierte höhere Qualität fehlt

 

Auftrittsverbote für Künstler

Wer glaubte, mit dem Ende der DDR wären Auftrittsverbote für Künstler für immer Geschichte, hat sich zu früh gefreut. Liedermacher der DDR wie Gerulf Pannach, Bettina Wegner oder Klaus Renft erhielten Auftrittsverbote, weil ihre Texte der Parteinomenklatura missfielen. Wolf Biermann wurde nach einem Konzert (1976) in der Bundesrepublik die Rückkehr in die DDR verweigert.

Aktuell finden sich Analogien in Form von Repressionen in den Beschäftigungsverhältnissen von AfD-Mitgliedern wie auch von Journalisten, Autoren und – wie im nachfolgenden Beispiel – Auftrittsverboten von Künstlern.

Das erinnert politisch Verfolgte der DDR an Zeiten, die sie überwunden glaubten.

Dazu die Presseerklärung der Jungen Alternative vom 11. Oktober 2016

„Auftrittsverbot für Künstler mit AfD-Mitgliedschaft ist Kulturmarxismus!“

Schweinurt, 11.10.2016. Die Metalband Narrator hat in Schweinfurt Auftrittsverbot. Sowohl der Stattbahnhof als auch das Jugendhaus Fränz sagten den Künstlern für ihre bereits angekündigten Konzerte ab. Die Begründung ist, dass der Bassist der Band aktives AfD-Mitglied ist. Die Band betont, dass ihre Musik unpolitisch ist und bietet sogar an, an den entsprechenden Abenden mit Ersatzbesetzung zu spielen. Es hilft nichts. Schließlich habe die Band ja deswegen trotzdem Kontakt zu dem Bassisten, so die Verantwortlichen des Stattbahnhofs. Die Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation sind entsetzt angesichts dieses Vorgehen.

So äußert der Vorsitzende Sven Tritschler:

„In was für gruseligen Zeiten leben wir, wenn neuerdings wieder nach Parteibuch entschieden wird, welche Künstler eine Auftrittsgenehmigung bekommen? Das Ganze hat einen besonders üblen Nachgeschmack, da das Jugendcafe Fränz eine städtische Einrichtung ist und deswegen parteipolitisch neutral zu sein hat. Ich hoffe sehr, dass die Band rechtlich gegen diesen Eingriff in die Kunstfreiheit vorgehen wird. Wenn Künstler wieder für politische Aussagen missbraucht werden, dann ist das eine neue Form von Kulturmarxismus! Es kann nicht sein, dass jetzt eine ganze Band in Mithaftung genommen wird, weil ihr Bassist sich in einer zugelassenen Partei privat engagiert.“

Sein Co.-Vorsitzender, Markus Frohnmaier, ergänzt:

„Es kann nicht angehen, dass man den Vertrag mit einer Band kündigt, weil einem die politische Einstellung eines Musikers nicht passt. Was kommt als Nächstes? Gesinnungstest und Persilschein? Mir tut die Band ehrlich leid, denn sie kann nichts für diese hysterische Überreaktion der Verantwortlichen. Leider wird sie es in Zukunft wohl schwer haben, noch an GIGs zu kommen, solange sie sich nicht von ihrem Bassisten trennt. Ich wünsche den jungen Künstlern viel Kraft und hoffe, dass sie sich nicht entzweien lassen.“

(Quelle: Presseerklärung der Jungen Alternative, presse@jungealternative.com)

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