„Writers in Prison Day“

Pressemitteilung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

 

Iranische Autoren und Journalisten mit unverminderter Härte verfolgt

IGFM: Tauwetter durch wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht in Sicht – Europa fehlt der Wille, die Einhaltung von Verträgen einzufordern

Frankfurt am Main – (14. November 2016)

Aus Anlass des international begangenen „Writers in Prison Day“ weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) darauf hin, dass die Verfolgung iranischer Autoren, Journalisten und Blogger mit unverminderter Härte anhält. Die wirtschaftliche und politische Annäherung an die Islamische Republik Iran hat zu „keiner noch so geringen Verbesserung der Menschenrechtslage geführt“, beklagt die IGFM. Die Hoffnung, dass sich ein „Wandel durch Annäherung“ quasi automatisch einstellen würde, sei reines Wunschdenken.

„Die Islamische Republik zensiert, foltert und missachtet weiter Frauen und Minderheiten. Dabei hat der Iran völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge unterschrieben und ratifiziert – Verträge, zu deren Vertragsstaaten auch Deutschland gehört. Die iranische Regierung brüstet sich sogar mit diesen Abkommen. Teheran macht aber – inzwischen seit Jahrzehnten – nicht die geringsten Anstalten, sie auch nur ansatzweise einzuhalten“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Sorgen bereiten der IGFM dabei nicht die fehlenden Kontrollen, denn die Vertragsbrüche seien offenkundig. Das Problem liege vielmehr darin, dass Europa der Wille fehle, die Vertragserfüllung auch einzufordern.

Sechs Jahre Haft für eine unveröffentlichte Kurzgeschichte
Beispielhaft für die Situation iranischer Autoren sei die iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golrokh Ebrahimi Iraee. Sie verbüßt eine 6-jährige Haftstrafe im für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis. Der Grund dafür ist eine unveröffentlichte Kurzgeschichte. Darin geht es um eine Frau, die aus Wut einen Koran verbrennt, nachdem sie den Film „Die Steinigung von Soraya M“ gesehen hatte – einen Film über eine Frau, die wegen Ehebruch zu Tode gesteinigt wird. Die iranischen Behörden warfen ihr außerdem vor „Iranerinnen zu motivieren, das Kopftuch abzulegen” und „Petitionen zu unterschreiben”. Iraees Mann Arash Sadeghi wird im selben Gefängnis gefangen gehalten. Die iranischen Behörden verurteilten ihn zu 19 Jahren Haft – wegen seines Einsatzes für Meinungsfreiheit und Menschenrechte.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage im Iran
menschenrechte.de/iran

(Quelle: Presse IGFM, www.menschenrechte.de)

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