Papst Franziskus in Ägypten // Pressemitteilung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

IGFM: Papst soll sich in Ägypten für Freiheit und Gleichberechtigung einsetzen

„Franziskus kennt die Schrecken der Militärdiktatur aus seiner Heimat Argentinien“ – „Papst soll Demokratieaktivisten nicht links liegen lassen“

Frankfurt am Main (26. April 2017)

Papst Franziskus soll bei seinem Besuch in Ägypten seinen Einfluss nutzen und sich für die Freiheit und Gleichberechtigung aller Ägypter einsetzen. Dazu ruft die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf. „Franziskus kennt die Schrecken der Militärdiktatur aus seiner Heimat Argentinien – wer könnte stärker als Franziskus dazu berufen sein, sich für die Freiheit und gegen Willkür und Folter einzusetzen als er?“, appelliert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Die ägyptische Wirtschaft ist in erheblichem Maß auf christliche Touristen angewiesen. Der Papstbesuch sei vor diesem Hintergrund auch ein „Geschenk an die ägyptische Regierung“. Franziskus habe dadurch einen erheblichen Spielraum. „Diese Chance darf nicht ungenutzt verstreichen!“, appelliert die IGFM. „Der Papst soll die Demokratieaktivisten nicht links liegen lassen. Er ist frei von den Zwängen, denen die deutsche Kanzlerin ausgesetzt ist“, unterstreicht Lessenthin. Angela Merkel war bei ihrem Ägyptenbesuch im März dafür kritisiert worden, dass sie der Regierung bescheinigt habe, dass die Christen angeblich „eine sehr gute Situation für die Ausübung ihrer Religion“ hätten.


Ägypten ist die Heimat der Kopten, der größten christlichen Gemeinschaft des Nahen Ostens. Das Staatsoberhaupt, der frühere Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi, ist seit seiner Machtübernahme im Jahr 2014 durch viel beachtete symbolische Gesten auf die Kopten zugegangen. An den Grundproblemen der christlichen Minderheit hat sich nach Beobachtung der IGFM aber wenig geändert. Im Bildungssystem, im öffentlichen Sektor und in weiten Teilen der Gesellschaft gebe es eine drückende Diskriminierung und viele Vorbehalte.

Regierung ignoriert Ursachen der Diskriminierung
Der Grund für die Probleme der Kopten ist nach Auffassung der IGFM aber keineswegs eine aktive Politik der Regierung, um die christlichen Minderheit zu diskriminieren. Die Ursache liege vielmehr in einem immer stärker werdenden islamischen Fundamentalismus, den die Regierung ignoriere. Das rückwärtsgewandte, extrem konservative islamische Gedankengut sei der Nährboden, auf dem der islamische Extremismus immer stärker werde. Das Regime bekämpfe jedoch ausschließlich die politischen Strömungen des Islamismus, die eine aktuelle Bedrohung der Macht des Militärs darstellen. Das sind vor allem die Muslimbrüder. Unpolitische aber viel radikalere Gruppen als die Muslimbrüder verbreiten derweil mit Erfolg ihr fundamentalistisches und menschenrechtsfeindliches Weltbild. Sie säen Hass gegen Andersgläubige und alle, die für Demokratie einträten, kritisiert die IGFM.

Die Zivilgesellschaft ist durch das Militär gelähmt
„Ausgrenzung und Gewalt gegen die Minderheiten sind auf dem Vormarsch, weil die Regierung deren Ursachen leugnet. Gleichzeitig hat das Militär die Zivilgesellschaft und Menschenrechtsgruppen mundtot gemacht, die die Extremisten bekämpfen könnten. Denn diese Menschenrechtler und Aktivisten setzen sich generell für Freiheit ein und werden dadurch von Regierung und Militär als Bedrohung empfunden und verfolgt“, erläutert die IGFM. Eine freie Zivilgesellschaft rückt in immer weitere Ferne. Sie wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu Gleichberechtigung und Sicherheit aller Ägypter.

(Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), igfm.de/Aegypten)

 

 

 

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