Die Europa-Universiät Flensburg sagt eine Ausstellung mit dem Künstler Götz Wiedenroth ab

03. Mai 2017 / Tag der Pressefreiheit / Nachdem das neue Album der Söhne Mannheims und Xavier Naidoo „MannHeim“ wegen kritischer Texte von Seiten der Politik und der Medien in Ungnade fiel, trifft es nun den Karikaturisten Götz Wiedenroth.

 

Seine Ausstellung wurde von der Uni Flensburg abgesagt. Götz Wiedenroth hat dazu eine Presseerklärung veröffentlicht, die ich nachfolgend als Gastbeitrag veröffentliche. Besonders wichtig sind seine Ausführungen zu einer „linken und rechten“ Streitkultur. Wer diese Gedanken verstanden hat, wird begreifen, wer hier wen instrumentalisiert und wie sich die „Linke“ gegen die „Rechte“ im Interesse der Machteliten ausspielen lässt.

 

Hier der Text von Götz Wiedenroth:

„Die politische Korrektheit in Deutschland läßt auch hier ihre pluralistische Maske fallen und zeigt ihre wahre totalitäre, floskelspeiende Fratze. Im Jahre 2017 wohlgemerkt, nicht 1937. Der Gesinnungsterror der politischen Korrektheit kippt vorliegend ein Ausstellungsprojekt mit kritischer Grafik, welche die medialen Herrschaftsinstrumente ebendieser Mächtigen thematisieren will. Die für die Ausstellung vorgesehenen Karikaturen wie auch meine Karikaturen überhaupt sind keineswegs – wie vorstehend insinuiert – antisemitisch, fremden-, frauen- oder islamfeindlich, sondern machen sich über die diesbezüglichen heiligen Kühe der herrschenden politischen Macht lustig – nicht mehr. Das ist das vornehmste Recht und die elementare Aufgabe des Kulturguts „politische Karikatur“. Wir erkennen heute: Das gesellschaftliche Klima in der BRD läßt eine Ausstellung mit kritischer Grafik nicht mehr ohne weiteres zu, wenn hierdurch die Machtinteressen der Herrschenden und damit die Ruheinteressen ihrer Untergebenen berührt werden könnten. Das Lackmuspapier zur Indikation von Totalitarismus in dieser Gesellschaft beginnt sich bedenklich zu verfärben. Von Gerechtigkeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit gegenüber abweichenden Meinungen kann immer weniger die Rede sein.



Die Ausstellung war ursprünglich von der Idee inspiriert, das Tätigkeitsgebiet eines Mitglieds des Flensburger Medienstammtisches,b Götz Wiedenroth nämlich, zu präsentieren. Es war zudem geplant, daß Götz Wiedenroth während der Ausstellungsdauer im „MODUL1“ eine einstündige Veranstaltung mit Studierenden der Europa-Universität Flensburg zum Thema „Politische Karikatur“ durchführt.

Die Absage der Ausstellung und ihre restlos abwegige Begründung durch die Europa-Universität Flensburg gibt in diesem Moment allerdings über die ursprüngliche Inspiration hinaus zwingend Anlaß, grundsätzlich über die Bedeutung der politischen Begriffe „Links“ und „Rechts“ nachzudenken.

Ein Establishment, eine Machtelite, die die Bevölkerung des Landes mit mutmaßlich steuerfinanzierten Schlägerkommandos („Antifa“) terrorisiert, um jede mißliebige öffentliche Willensäußerung zu unterbinden, eine Machtelite, die Repression in Form von nicht rechtsstaatlicher Zensur und willkürlichen Sprachvorschriften, Denkverboten und Maßregelungen ausübt und hierzu nach Belieben eine Flut von neuen Gesetzen jährlich auf das Volk herabregnen läßt; eine Machtelite, die die Lebensverhältnisse der kleinen Leute durch eine nie dagewesene, zudem rechtsbrecherische Einwanderungspolitik massiv verschlechtert, eine solche Machtelite hat jedes Recht verloren, sich selbst „links“ zu nennen. Eine solche Machtelite ist „rechts“, und zwar schlimm „rechts“!

Links ist und war immer, wer gegen die herrschende, rein selbstgefällig agierende politische und kirchliche Macht opponiert, wer ihre Ideologeme in Frage stellt, ihre selbst geheiligten Kühe mit dem Mittel der Satire lächerlich macht und damit problematisiert. Richtige politische Karikaturen sind insoweit immer links. Rechts hingegen ist, wer sich an seine Macht klammert und jede Regung gegen die herrschenden Machtverhältnisse unterdrücken will, indem er ihr bösartig unlautere, amoralische Motive unterstellt. Rechts ist auch, wer von der gegebenen Machtverteilung politisch oder finanziell profitiert und deshalb für ihren Erhalt eintritt. Die wohlkalkulierte Deklaration von „Unwörtern des Jahres“, die wohlfeile Unterstellung, unliebsame Nachrichten seien generell „fake news“, die völlig willkürliche Festlegung, was „gute“ und was „schlechte“ Pauschalisierung/ Diskriminierung, was „guter“, was „böser“ Haß sei, die Drohung mit Jobverlust und öffentlicher Stigmatisierung – all das gehört zum Instrumentenkasten der Rechten, die von der Höhe der Staatsbürokratie herab ihre bröckelnde Macht verteidigen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die heutigen tatsächlich Rechten früher nominell einmal Linke gewesen sind. Wer sich jahrzehntelang inpolitischer Macht etabliert hat, bangt in erster Linie um den Erhalt seiner Macht. Besonders dann, wenn er bei der Verwirklichung seiner Versprechungen („Gerechtigkeit für alle“, „Wohlstand“, „Sicherheit“ usw.), wie man leicht sehen kann, grandios versagt hat und mit Entsetzen gewahr wird, in welchem Ausmaß ihm deshalb die Sympathien der betrogenen Bevölkerung verlorengegangen sind. Ebendieses ist heute bei CDUCSUSPDFDPLINKEGRÜNE der Fall, nicht anders als bei den absolutistischen Autokraten des 18. Jahrhunderts oder bei den Diktatoren des 19. Jahrhunderts.

Der ausgerufene „Kampf gegen Rechts“ ist in dieser Sichtweise in Wahrheit also ein „Kampf gegen Links“, also gegen alle, die eine andere, bessere Machtverteilung wollen, eine Machtverteilung, die tatsächlich Schaden vom deutschen Volk abwendet und seinen Nutzen mehrt. Begriffsverwirrung überall, und sie geschieht von Seiten der Mächtigen anscheinend höchst absichtlich.

Regierungs- und ideologiekritische Karikaturen sind in der Bundesrepublik Deutschland 2017 wichtiger denn je. Die Flensburger Karikaturen-Ausstellungsabsage zeigt es.“

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Götz Wiedenroth)

 

Nachtrag: 04. Mai 2017

Der NDR befragte in einer Sendung Kathrin Fischer, die Pressesprecherin der Europa-Uni. Frau Fischer sagte: „Es war offensichtlich dem Zuständigen aus der Kunst nicht klar. Er hat nicht weiter recherchiert, sondern nur Karikaturen gesehen, die offensichtlich verhältnismäßig harmlos waren. Erst auf Nachfrage haben wir alle recherchiert, was Götz Wiedenroth sonst für Karikaturen veröffentlicht.“

Es verwundert schon, dass die Europa-Uni eine Ausstellung organisiert und die auszustellenden Werke nicht gekannt haben will. Auch der DJV-Landesverband Schleswig-Holstein hat eine Ankündigung zur Ausstellung von seinen Seiten entfernt. Der Landesverband informiert dazu auf seinen Seiten: „In unserem Veranstaltungskalender war ein Hinweis auf die Ausstellung „Lügenpresse – Fake News“ mit Karikaturen von Götz Wiedenroth enthalten. Veranstalter ist der Flensburger Medienstammtisch. Wir haben diesen Terminhinweis entfernt und bedauern, dass er überhaupt in den Terminkalender aufgenommen wurde. Wir unterstützen diese Schau ausdrücklich nicht, wir distanzieren uns von diesen Werken.“

Eine inhaltliche Auseinandersetzung oder eine Begründung der unterstellten Vorwürfe seitens der Uni Flensburg oder des DJV (LV SH) ist den Ausführungen nicht zu entnehmen. Der Künstler Götz Wiedenroth hat die Uni Flensburg bis Montag, dem 08. Mai 2017, um eine Stellungnahme gebeten. Um den Lesern die Möglichkeit zu geben, einen Eindruck von den für die Ausstellung vorgesehenen Werken zu bekommen, veröffentliche ich mit freundlicher Genehmigung von Götz Wiedenroth den nachfolgenden Link:

Die für die Ausstellung vorgesehen Werke

 

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