Situation in Nigeria „stellt europäische Flüchtlingskrise in den Schatten“

Pressemitteilung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

 

Nigeria // Die unsichtbare Krise // Situation in Nigeria „stellt europäische Flüchtlingskrise in den Schatten“

 

Frankfurt am Main / Maiduguri (11. Juli 2017)

Fast unbeachtet von der Weltöffentlichkeit ist Nigeria in den Griff einer verheerenden Flüchtlingskrise geraten. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, hat die Terrororganisation Boko Haram Millionen von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. So sollen geschätzte 2,6 Millionen Menschen innerhalb Nigerias auf der Flucht sein.

 

Boko Haram, eine islamistische Gruppierung, die seit 2009 gewaltsam versucht, einen Gottesstaat nach ihren Vorstellungen im Norden Nigerias zu errichten, ist für mindestens 20.000 Todesopfer verantwortlich. Vorwiegendes Ziel der Gruppe ist die Ausrottung oder Vertreibung der christlichen Minderheit in der Region. Aber auch moderate Muslime, die Polizei und das Militär sind Ziele der Angriffe und Anschläge von Boko Haram. Die Flüchtlingsströme, die sie mit ihren Terrorkampagnen auslösen, sind für Boko Haram eine weitreichende Waffe, da sie Angst und Schrecken in Regionen tragen, in denen die Gruppe nicht direkt aktiv ist, und die sehr begrenzten Ressourcen der Regierung weiter belasten.

Dabei bleibt die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge innerhalb von Nigeria. Einige Zehntausende haben das Land verlassen, die meisten in Richtungen der Nachbarländer Tschad und Kamerun. Nur ein Bruchteil dieser Flüchtlinge macht sich auf den langen und gefährlichen Weg nach Europa.

„Was in Nigeria vor sich geht, stellt die europäische Flüchtlingskrise in den Schatten“, erklärt Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM. „Nicht nur sieht sich Nigeria mit mehr Flüchtlingen konfrontiert, als Europa erlebt hat. Nigeria ist noch dazu wesentlich ärmer als selbst Griechenland, geschweige denn Deutschland.“ Nigeria sei nicht in der Lage, aus eigenen Kräften mit dieser Krise fertigzuwerden. „Ohne Hilfe von außen wird sich die Situation weiter verschlimmern“, so Ogbunwezeh weiter. „Schon jetzt leiden viele der Flüchtlinge Hunger, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das von Boko Haram gesäte Chaos und der Zustrom von Flüchtlingen eine Hungersnot auslösen. Und sollte es so weit kommen, wird die dadurch ausgelöste Flüchtlingsbewegung Europa in bisher ungekannter Weise belasten.“

 

Weitere Infos
http://www.igfm.de/nigeria

 

Quelle: Presse, Internationale, Gesellschaft für Menschenrechte, IGFM)

 

 

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