Dr. Hans-Joachim Berg fordert, neue Ideen zuzulassen…

Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin // 14.03.2018

 

Dr. Hans-Joachim Berg (AfD), Mitglied des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus, fordert hat den Intendanten des Deutschen Theaters und Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins Ulrich Khuon auf, neue Ideen bei Auftragsproduktionen zuzulassen. Hintergrund ist die Ausgrenzung von Bestsellerautor Uwe Tellkamp („Der Turm“), der zuvor Tendenzen zu einer Gesinnungsdiktatur im Kulturbetrieb festgestellt hatte. In einem persönlichen Schreiben an Khuon fordert Berg:

„Bei aller Kritik an Ihrer willigen Einreihung in einen wie auch immer definierten ‚Kampf gegen Rechts‘ weigere ich mich, mir vorzustellen, dass Sie sich darüber hinaus wirklich einer offenen, kontroversen, freiheitlichen und spannenden künstlerischen Bearbeitung von gesellschaftlich relevanten Themen und Konflikten verweigern wollen.

 

Ich bitte Sie deshalb, ja ich fordere Sie auf: Öffnen Sie das von Ihnen verantwortete Deutsche Theater auch für den in der Gesellschaft täglich stattfindenden Diskurs! Haben Sie den Mut, Auftragsproduktionen auch an solche Dramatiker und Schriftsteller zu vergeben, die Fragen der Identität von Land, Kultur und Volk, Fragen der Gewinner und Verlierer von Globalisierung, Fragen bewusster staatlicher Rechtsmissachtungen, Fragen der Zerstörung familiärer Zusammenhalte durch Genderpropaganda, usw. thematisieren.

Hier gäbe es ein weites, spannendes und lohnendes Feld, über Ausgrenzung, Diskursausschluss, soziale Isolation und wirtschaftliche Existenzbedrohung Derjenigen zu inszenieren, die sich die Freiheit nehmen, den Dogmen des gegenwärtigen Gesinnungskartells zu widersprechen. Messen Sie Ihre unabdingbare künstlerische Freiheit mit der Elle der Freiheit und nicht mit der Elle der Gesinnung!“

(Quelle: Presse, AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin // 14.03.2018)

 

Kurzkommentar:

In der ehem. DDR waren Theater und Kunst die wenigen Orte, wo gesellschaftliche Probleme wenigstens zum Teil thematisiert werden konnten. Ich erinnere an das Bühnenstück „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf (1972), dass in Halle uraufgeführt wurde. Ich hatte seinerzeit die Gelegenheit der Aufführung beizuwohnen, da ich die Regie-Assistentin kannte. Später habe ich selbst am Theater gearbeitet und das Medium als Ort der politischen Debatte verstanden. Auch heute sind Kunst und Theater wieder gefordert, sich unbequemen Themen und Wahrheiten zu stellen, um den gesellschaftlichen Diskurs zu fördern.

Leider ist das keine Selbstverständlichkeit, wie die in dieser Woche beginnende Leipziger Buchmesse wieder belegen wird, wo bereits im Vorfeld Hetze gegen „nicht-konforme“ Verlage betrieben wurde. Eine diesbezügliche Anfrage per Mail an die Initiative „Verlage gegen Rechts“ blieb unbeantwortet. Auch eine Erinnerung blieb unbeantwortet. So viel zur Debattenkultur und Instrumentalisierung von Kunst und Kultur im Jahr 2018.

 

 

 

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